Deathfeast Open Air 2026 – Drei Tage Geballer in Andernach

Vom 20.08. bis 22.08.2026 wird Andernach wieder ordentlich zerlegt. Das Deathfeast Open Air 2026 steht an und wer mit Brutal Death Metal, Slam, Deathcore, Grind und technischem Geballer auch nur ansatzweise etwas anfangen kann, sollte hier vermutlich nicht lange überlegen.

Das Deathfeast ist jetzt nicht unbedingt das Festival, auf dem man entspannt mit Blümchenkranz durch die Gegend tänzelt und sich fragt, welche vegane Bowl am besten zur Sonnenbrille passt. Hier geht es eher darum, sich drei Tage lang von Blastbeats, Gurgelvocals, Breakdowns und komplett überfahrenen Riffs die Rübe geradeziehen zu lassen. Also eigentlich genau richtig.

Stattfinden wird das Ganze wieder im JUZ Andernach. Das ist für so ein Festival schon eine passende Adresse. Nicht zu riesig, nicht zu glatt, sondern eher dieser direkte Underground-Charakter, bei dem man ziemlich schnell merkt: Hier sind Leute am Werk, die genau wissen, für wen sie das machen.

33 Bands aus 18 Ländern

2026 wird das Deathfeast laut Veranstalter mit 33 Bands aus 18 Ländern an den Start gehen. Das ist schon eine Ansage. Vor allem, weil das Billing nicht einfach nur aus den üblichen Namen besteht, sondern ordentlich international aufgestellt ist. USA, Kolumbien, Indonesien, Taiwan, Südafrika, Belgien, Frankreich, Tschechien, Deutschland und noch einige mehr. Da wurde wirklich einmal quer durch die Brutal-Death-Landkarte geprügelt.

Und genau das macht das Deathfeast spannend. Man bekommt nicht nur die großen Namen, sondern auch Bands, die man hierzulande nicht ständig auf jeder zweiten Bühne sieht. Gerade bei Brutal Death und Slam ist das ja oft so eine Sache. Da gibt es unzählige Bands, die live komplett abreißen können, aber eben nicht jedes Jahr um die Ecke spielen.

Meine ersten dicken Markierungen im Billing

Revocation sind natürlich direkt ein Name, der hängen bleibt. Technischer Death Metal, aber nicht als staubtrockene Musikschulübung. Da ist Druck drin, Präzision, ordentlich Kante und genug Energie, damit es nicht nur für Gitarrennerds interessant wird. Auf dem Deathfeast dürfte das ziemlich gut funktionieren.

Internal Bleeding sind für mich ebenfalls ein fetter Pflichttermin. Slam / Brutal Death mit Geschichte und Gewicht. Keine Band, die irgendwie versucht, modern und hübsch zu klingen, sondern eine Walze, die genau weiß, was sie tut. Wenn die loslegen, dürfte vorne nicht mehr viel sortiert bleiben.

Signs Of The Swarm bringen dann die Deathcore-Keule mit. Kann man mögen oder nicht, aber live dürfte das einiges an Bewegung bringen. Gerade zwischen all dem Brutal-Death-Geballer ist so ein massiver Deathcore-Abriss vermutlich genau das richtige Brett zur richtigen Zeit.

Cerebral Incubation sind ebenfalls spannend, zumal die Show laut offizieller Ankündigung als Exclusive EU Show geführt wird. Das ist natürlich für viele Brutal-Death-Freunde ein ordentlicher Grund, den Termin dick im Kalender zu markieren.

Cytotoxin gehen eigentlich immer. Deutscher Tech-/Brutal-Death mit diesem ganz eigenen radioaktiven Irrsinn. Die Band ist live tight, schnell, brutal und trotzdem nicht einfach nur stumpf. Das wird sehr wahrscheinlich wieder ein Auftritt, bei dem man nach zwei Songs merkt, dass man eigentlich zu wenig Wasser getrunken hat.

Extermination Dismemberment stehen für diese ganz schwere Slam-Walze. Tief, langsam, böse, dann wieder komplett in die Fresse. So eine Band braucht keine großen Ansagen. Da reicht der erste Breakdown und der Rest erledigt sich meistens von selbst.

Vulvodynia sind auch so ein Name, bei dem man weiß, dass es live nicht gerade zimperlich wird. Südafrika im Billing ist sowieso schön zu sehen, und musikalisch dürfte das wieder eine Mischung aus Deathcore, Brutal Death und ordentlich Gewalt im Maschinenraum werden.

Gutrectomy darf man aus deutscher Sicht natürlich auch nicht übersehen. Slam / Brutal Death aus heimischen Landen, schön derb, schön direkt und mit genug Druck, um auch zwischen den internationalen Abrisskommandos nicht unterzugehen.

Hour Of Penance bringen dann wieder mehr italienische Präzision und Death-Metal-Dampf mit. Für mich eine Band, die man sich auf so einem Festival auf jeden Fall geben sollte, weil sie nicht nur ballert, sondern auch mit genug Struktur und Wucht unterwegs ist.

Internal Suffering aus Kolumbien sind ebenfalls ein Name, der bei Brutal-Death-Fans sofort sitzen sollte. Genau solche Bands machen ein Billing wie dieses für mich interessant. Nicht nur Standardware, sondern richtiges internationales Gekloppe.

Indonesien ist ordentlich vertreten

Was mir am Deathfeast 2026 besonders gefällt: Indonesien ist mit Deadsquad, Jasad und Death Vomit stark vertreten. Das ist einfach geil. Die Szene dort hat seit Jahren richtig starke Bands am Start, aber man bekommt sie hier eben nicht ständig vor die Nase gesetzt.

Gerade Jasad und Death Vomit sind Namen, die man als Death-Metal-Fan mindestens mal auf dem Schirm haben sollte. Und Deadsquad bringen sowieso genug technisches Geballer mit, um nicht einfach im Billing unterzugehen. Das sind für mich genau diese Slots, bei denen man nicht am Zelt hängen bleiben sollte.

Von Grind bis Komplettabriss

Natürlich ist das Billing noch deutlich breiter. Brutal Sphincter bringen Goregrind / Porngrind-Wahnsinn mit, Fatuous Rump dürften für ordentlich Slam- und Brutal-Death-Gehacke sorgen, Guttural Disgorge klingt schon auf dem Papier nicht nach Wellness-Wochenende und Sperm Of Mankind ist auch eher für die Ecke, in der man vorher nicht fragt, ob es geschmackvoll wird.

Dazu kommen noch Condemned, Despondency, Filth, Darkall Slaves, Coprocephalic Mutation, Kakothanasy, Cutterred Flesh, Imperial Execration, Suffer, Home Reared Meat, Pikodeath und einige weitere. Das ist schon ziemlich viel Fleisch auf den Rippen. Oder eher Knochenstaub auf dem Beton.

[Bild einfügen: DGM Highlights Deathfeast Open Air 2026]

Kein Schönwetter-Festival für Nebenbei

Das Deathfeast Open Air ist sicher kein Festival für Leute, die nur mal gemütlich ein bisschen Metal-Luft schnuppern wollen. Hier wird es tief, schnell, stumpf, technisch, ekelhaft, schwer und vermutlich an mehreren Stellen komplett übertrieben. Genau das ist aber der Punkt.

Manchmal braucht man eben kein riesiges Rahmenprogramm und keine zehn Nebenattraktionen. Manchmal reicht ein gutes Gelände, ein Haufen kaputter Bands und genug Leute, die auf genau diesen Krach Bock haben. Das Deathfeast wirkt 2026 wieder genau danach.

Fazit

Das Deathfeast Open Air 2026 sieht nach einem sehr stabilen Wochenende für alle aus, die es brutal mögen. 33 Bands aus 18 Ländern, dazu ein Billing zwischen Brutal Death Metal, Slam, Deathcore, Tech Death und Grind. Viel internationaler Underground, ein paar dicke Namen und genug Bands, bei denen man vermutlich erst nach dem Festival wieder merkt, wie sehr der Nacken eigentlich gelitten hat.

Für mich stehen besonders Internal Bleeding, Revocation, Cytotoxin, Cerebral Incubation, Extermination Dismemberment, Gutrectomy, Jasad, Death Vomit, Internal Suffering und Vulvodynia auf der Liste. Aber ganz ehrlich: Bei so einem Billing kann man vermutlich auch einfach den ganzen Tag vor der Bühne bleiben und sich überraschen lassen.

Andernach wird im August jedenfalls nicht leise.

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