Wir schreiben das Jahr 2026 und das Party.San Metal Open Air wird 30 Jahre alt. Dreißig Jahre Death Metal, Black Metal, Grindcore, Staub, Bier, Wiedersehen mit alten Nasen und dieses ganz eigene Gefühl, wenn man auf dem Flugplatz Obermehler ankommt und eigentlich sofort weiß: Joa, jetzt ist wieder alles richtig.
So geht es vom 06.08.2026 bis 08.08.2026 geht es wieder nach Schlotheim. Wie gewohnt auf den Flugplatz Obermehler. Wer schon einmal dort war, weiß was ihn erwartet. Kurze Wege, ordentlich Platz, Start- und Landebahn statt kompletter Schlammapokalypse und dazu ein Line-up, das sich sehen lässt.

30 Jahre Party.San
30 Jahre sind schon eine Hausnummer. Gerade bei einem Festival, das nie so gewirkt hat, als würde es irgendeinem Trend hinterherlaufen müssen. Party.San war für mich immer eher dieses Festival, wo man weiß, was man bekommt. Keine unnötige Zirkusveranstaltung, kein riesiger Kirmes-Metal-Park, sondern einfach ein Haufen Verrückter, die Bock auf extreme Musik haben.
Natürlich ist das Festival über die Jahre gewachsen, aber irgendwie ist der Kern geblieben. Man trifft immer wieder bekannte Gesichter, entdeckt neue Bands, verpasst andere Bands, weil man wieder irgendwo hängen geblieben ist, und nimmt sich jedes Jahr vor, diesmal etwas vernünftiger zu sein. Klappt natürlich nicht.
Das Gelände
Das Party.San findet auch 2026 wieder auf dem Flugplatz Obermehler / Schlotheim statt. Für mich weiterhin ein richtig gutes Gelände für so ein Festival. Gerade durch die feste Fläche der Start- und Landebahn bleibt es auch bei schlechtem Wetter meistens deutlich entspannter als auf manch anderer Wiese, die sich nach zwei Regenschauern in eine Todesfalle für Schuhe verwandelt.
Wer dort noch nie war: Das Gelände ist übersichtlich, man kommt gut klar und es fühlt sich nicht so an, als müsste man für jedes Bier eine kleine Pilgerreise antreten. Für mich ist genau das ein großer Pluspunkt am Party.San.

Bestätigte Bands auf dem PSOA 2026
Bei der Masse an Bands werde ich hier keine komplette Liste runterbeten. Die findet ihr wie immer direkt beim Party.San. Viel spannender ist für mich, was davon besonders in Richtung Death Metal, Grindcore, Slam und alter Abriss geht. Und da ist 2026 einiges dabei, was richtig Laune macht.
Natürlich freue ich mich wieder besonders auf die dreckigen Sachen. Death Metal, Brutal Death, Grindcore und alles, was einem gepflegt die Rübe gerade zieht. Und genau da liefert das Jubiläumsbilling schon ordentlich ab.
Meine Highlights
Hypocrisy sind natürlich ein Name, den man nicht groß erklären muss. Peter Tägtgren und Co. gehören seit Ewigkeiten zu diesen Bands, die einfach auf ein Festival wie das Party.San passen. Melodic Death Metal, aber nicht weichgespült, sondern mit dieser kalten, düsteren Kante. Kann auf der großen Bühne richtig gut werden.
DESASTER sind für mich so eine Band, die man live eigentlich immer mitnehmen kann. Black Thrash, ordentlich Dreck unter den Fingernägeln und keine unnötige Schönmalerei. Genau so muss das. Auf dem Party.San dürfte das wieder eine sichere Bank werden.
FLESHCRAWL passen natürlich ebenfalls wunderbar nach Schlotheim. Old School Death Metal aus deutschen Landen, schön geradeaus und ohne großes Gehampel. Da weiß man vorher schon, dass einem der Nacken danach sagt: Danke auch.
WORMED wird dann wieder eher die technische Abrissbirne. Tech Death, aber nicht als sterile Musikschulübung, sondern als komplett wahnsinniger Angriff. Das ist sicher nichts für nebenbei am Bierstand, sondern eher Augen auf, Kiefer runter und hoffen, dass das Hirn hinterher noch alle Kabel zusammenbekommt.
GUTTURAL SLUG stehen für Slam und Brutal Death. Also genau die Ecke, bei der es nicht darum geht, besonders elegant auszusehen. Tiefe Gitarren, stumpfe Gewalt, schön viel Geballer. Ich denke, da wird vor der Bühne ordentlich Bewegung reinkommen.
RATS OF GOMORRAH habe ich ebenfalls dick auf dem Zettel. Death Metal, der nicht nur stumpf durchzieht, sondern schön Druck macht. Gerade solche Bands sind auf dem Party.San oft die, die man sich vielleicht vorher nicht als größtes Highlight markiert, danach aber mit einem breiten Grinsen vom Gelände läuft.
MISERY INDEX sind für mich eines der ganz großen Bretter im Billing. Death Metal / Grindcore mit politischer Wut, Druck und unfassbarer Live-Energie. Wenn die loslegen, bleibt nicht viel stehen. Das wird vermutlich einer dieser Auftritte, bei denen man danach erstmal kurz sortieren muss, wo eigentlich die eigenen Knochen geblieben sind.
BEGGING FOR INCEST liefern dann wieder die volle Slam / Brutal Death Keule aus Deutschland. Nicht schön, nicht lieb, nicht filigran. Genau richtig also. Wenn man auf ordentliches Geballer steht, sollte man sich das nicht entgehen lassen.
GUT sind natürlich ein ganz besonderer Name. Goregrind / Grindcore und einfach Kult. Da muss man nicht lange drumherum reden. Wenn GUT auf dem Flyer stehen, dann schaut man sich das an. Fertig.
INTERNAL BLEEDING bringen ebenfalls Slam / Brutal Death mit und gehören zu den Namen, auf die ich richtig gespannt bin. Das dürfte live ordentlich walzen. Genau so eine Band, bei der man sich vorher denkt „ach, mal schauen“ und nach zwei Songs ist vorne alles im Eimer.

Und sonst so?
Neben den genannten Bands stehen natürlich noch reichlich weitere Namen auf dem Billing. Da ist genug dabei, um sich den Tagesplan wieder schön kaputt zu planen. Am Ende kennt man es ja sowieso: Man markiert sich vorher viel zu viele Bands, schafft dann die Hälfte nicht, entdeckt dafür irgendwas anderes und landet zwischendurch wieder bei Leuten, die man seit dem letzten Party.San nicht gesehen hat.
Genau das macht es für mich aber auch aus. Das Party.San ist nicht nur eine Liste von Bands. Es ist Ankommen, Zelt aufbauen, erste bekannte Gesichter sehen, kaltes Getränk in die Hand und dann wieder dieses Gefühl: Endlich wieder Schlotheim.
30 Jahre Party.San ist schon etwas Besonderes. Und wenn man sich das Billing anschaut, wirkt es nicht so, als würde das Jubiläum irgendwie halbgar gefeiert. Da ist genug Death Metal, Black Metal, Grindcore, Slam und sonstiger Krach dabei, um drei Tage ordentlich durchzudrehen.
Ich freue mich jetzt schon auf den Staub, die Bands, die ganzen Leute und natürlich auf das eine oder andere Bier mit bekannten und unbekannten Nasen.
Für alle, die noch nie dort waren: Es lohnt sich.