Das Party.San Metal Open Air 2025 war auch dieses Jahr wieder genau das, was man sich davon erhofft. Ein starkes Billing, viele bekannte Gesichter, kurze Wege und diese ganz eigene Atmosphäre, die das Festival seit Jahren ausmacht. Ohne großes Drumherum, ohne unnötigen Schnickschnack, einfach ein Wochenende mit sehr vielen guten Bands und genug Momenten, die hängen bleiben.
Gerade das ist ja auch einer der Gründe, warum das Party.San für viele jedes Jahr fest im Kalender steht. Man weiß vorher schon ziemlich genau, was man bekommt, und am Ende funktioniert es dann meistens auch genau deshalb so gut. Auch 2025 war wieder genug dabei, um an allen drei Tagen mehr als ordentlich versorgt zu sein.
Natürlich kann man nie alles sehen, aber ein paar Auftritte sind bei mir besonders hängen geblieben.
Donnerstag
Der Donnerstag hatte direkt einen ziemlich starken Einstieg. …And Oceans haben live sehr gut funktioniert und genau diese Mischung aus Atmosphäre und Härte mitgebracht, die man sich bei so einer Band erhofft. Das war kein Auftritt, der nur so nebenher lief, sondern schon direkt etwas, das gut ins Festival reingezogen hat.
Mit Theotoxin ging es dann deutlich bissiger weiter. Schön finster, schön direkt und ohne viel Umwege. Gerade auf einem Festival wie dem Party.San funktioniert so etwas einfach, wenn die Energie stimmt, und das war hier definitiv der Fall. Kein unnötiges Drumherum, sondern einfach ein starker Auftritt, der genau das geliefert hat, was man sich davon versprochen hat.
Napalm Death waren dann natürlich nochmal ein ganz eigenes Kaliber. Viel muss man dazu eigentlich nicht sagen. Die Band ist live einfach seit Jahrzehnten eine absolute Bank und schafft es immer wieder, mit einer unfassbaren Energie auf die Bühne zu gehen. Das war auch diesmal wieder ein Set mit sehr viel Druck, sehr viel Chaos und genau der richtigen Intensität. Muss man mitnehmen, wenn man die Chance hat.
Freitag
Am Freitag war für mich Defleshed eines der klaren Highlights. Vor allem auch deshalb, weil ich sie endlich mal live gesehen habe. Und das hat sich definitiv gelohnt. Genau der richtige Stoff, wenn man auf kompromisslosen Death/Thrash steht, der einfach nach vorne geht. Keine Spielereien, kein Leerlauf, sondern einfach volle Attacke. So muss das dann auch sein.
Friisk waren danach wieder eine ganz andere Art von Auftritt, aber gerade das hat es interessant gemacht. Mehr Atmosphäre, mehr Tiefe, dabei aber trotzdem intensiv genug, dass das Ganze nicht einfach nur durchläuft. Solche Bands tun dem Billing immer gut, weil sie nochmal eine andere Stimmung reinbringen und nicht alles nur über pure Härte lösen. Hat bei mir sehr gut funktioniert.
Mit Gutslit wurde es dann wieder deutlich brutaler. Die Band hat ordentlich Druck gemacht und genau die Wucht auf die Bühne gebracht, die man sich bei so einem Slot wünscht. Gerade live kam das sehr gut, weil da genug Bewegung und Energie drin war. Und an der Stelle natürlich auch nochmal Grüße an Chrischi und Claudi.
Rotting Christ waren dann zum Abschluss des Freitags nochmal ein Auftritt, der auf eine andere Weise hängen geblieben ist. Die Band braucht keine Dauerhärte, um stark zu wirken. Gerade diese dunkle, fast schon hymnische Stimmung funktioniert live einfach immer wieder sehr gut. Das war ein sehr runder und intensiver Tagesabschluss.
Samstag
Der Samstag hatte dann auch nochmal genug zu bieten. Analepsy waren genau das Richtige, wenn man es schön schwer und brutal haben will. Technisch stark, mit ordentlich Wucht und genau der Art von Sound, die live richtig gut drückt. Das war definitiv einer der Auftritte, bei denen man nicht lange überlegen musste, ob man richtig steht.
Mit Night In Gales kam dann auch mal etwas mehr melodischer Death Metal dazu. Das darf dann auch ruhig mal sein. Gerade zwischen all den anderen härteren und finsteren Bands war das eine sehr angenehme Abwechslung. Und wenn die Songs stimmen, funktioniert das eben auch auf dem Party.San problemlos. Hat gut ins Wochenende gepasst.
Bei Grave war dann sowieso klar, dass ich mir das nicht entgehen lasse. Ein Old School Set mit Material der ersten drei Alben ist schon etwas, worauf man sich freuen kann. Genau dafür fährt man ja auch auf so ein Festival. Die alten Songs haben einfach immer noch diesen ganz eigenen Reiz und live funktioniert das natürlich sowieso. Für Fans der alten schwedischen Death-Metal-Schule war das ganz sicher einer der Höhepunkte des Samstags.
Fazit
Unterm Strich war das Party.San Metal Open Air 2025 wieder ein sehr starkes Wochenende. Nicht, weil alles überlebensgroß oder spektakulär gewesen wäre, sondern weil das Gesamtpaket einfach wieder gestimmt hat. Gute Bands, gute Stimmung und genug Auftritte, die im Kopf geblieben sind.
Genau das macht das Festival ja seit Jahren aus. Es ist kein Event, das sich künstlich aufblasen muss. Das Party.San funktioniert, weil der Fokus noch immer auf der Musik und auf der Szene liegt. Und wenn dann am Ende wieder drei Tage mit starken Auftritten, viel Staub, wenig Schlaf und einigen richtig guten Momenten zusammenkommen, dann reicht das eigentlich schon völlig aus.