Hörnerfest 2026 – 20 Jahre Mittelalter, Folk, Rock und gepflegter Wahnsinn

Vom 24.06. bis 27.06.2026 geht es wieder nach Brande-Hörnerkirchen. Das Hörnerfest 2026 steht an und feiert direkt mal sein 20. Festival. Gestartet wird am Mittwoch, dem 24.06., ab 20 Uhr mit einem kleinen Warm-up auf der Marktbühne. Donnerstag geht es ab 14 Uhr los, Freitag und Samstag jeweils ab 12 Uhr. Stattfinden wird das Ganze wieder auf einem ehemaligen Bauernhof im Grünen, rund 35 Kilometer von Hamburg entfernt.

Das Hörnerfest ist kein Death-Metal-Schädelspalter-Festival und will das auch gar nicht sein. Hier geht es eher um Mittelalter, Folk, Pagan, Rock, Markt, Lager, Feuerkunst, Gaukelei und diesen ganzen schönen Kram, bei dem man sich fragt, ob man jetzt gerade auf einem Festival, einem Mittelaltermarkt oder irgendwo dazwischen gelandet ist. Vermutlich genau dazwischen. Und genau das macht den Reiz aus.

20 Jahre Hörnerfest

20 Jahre muss man auch erstmal schaffen. Gerade in einer Festivalwelt, in der ständig irgendwas teurer, komplizierter oder kaputter wird. Das Hörnerfest wirkt dagegen angenehm eigenständig. Nicht so riesig, nicht so aufgeblasen, sondern eher wie ein Festival, das seine Leute kennt und weiß, was es sein will.

Laut offizieller Info gibt es neben den Bands auch wieder Feuerkunst, mittelalterliche Gaukelei, Bogenschießen, Axt- und Messerwerfen, einen Markt und ein mittelalterliches Lager. Also genug Zeug, um nicht nur stumpf von Band zu Band zu laufen. Wobei, am Ende macht man das natürlich trotzdem irgendwie.

Camping und Parken sind im Drei-Tages-Ticket enthalten, offiziell ist Camping ab Mittwoch, dem 24.06.2026 um 08 Uhr möglich. Auch schön: keine Getränkelimitierung auf dem Campground und Parken direkt am Zelt. Das klingt schon sehr nach entspanntem Wochenende.

Das Billing 2026

Auf der Bühne stehen 2026 unter anderem Die Apokalyptischen Reiter, Knorkator, Schandmaul, Rauhbein, Vogelfrey, Crash Nomada, Storm Seeker, Nachtgeschrei, Hasenscheisse, Haggefugg, The Blackbeers, The Toshers, Muirsheen Durkin & Friends, Alvader, Ritual Duir, Itinera, XIV Dark Centuries, Eden weint im Grab, The Keltics, Mythemia, Nordic Raid und Wolfarian.

Das ist schon ein ziemlich bunter Haufen. Von Folk Rock über Mittelalterkram bis Pagan, Party, Klamauk und ein bisschen dunklerer Schlagseite ist einiges dabei. Also kein Festival, bei dem man musikalisch nur auf einer Spur fährt. Kann man mögen, muss man nicht alles mögen, aber langweilig wird es dadurch eher nicht.

Meine Highlights

Knorkator sind natürlich direkt ein Pflichttermin. Allein schon, weil Knorkator live eigentlich nie nur „ein Konzert“ sind. Das ist immer irgendwo zwischen Musik, kompletter Albernheit, Größenwahn, Quatsch und trotzdem erstaunlich viel Können. Genau so eine Band, bei der man vorher gar nicht genau wissen muss, was passiert. Hauptsache es passiert irgendwas. Und das wird es.

Schandmaul passen natürlich perfekt aufs Hörnerfest. Folk Rock, Mittelalter-Flair, Melodien, Geschichten und dieses Ding, das auf so einem Festival vermutlich besonders gut funktioniert. Ich bin sonst ja eher der Freund von Blastbeats und Geknüppel, aber Schandmaul haben einfach diesen Festivalfaktor. Wenn das Wetter passt und die Stimmung stimmt, kann das schon sehr rund werden.

Vogelfrey sind für mich ebenfalls eine sichere Bank. Die Band war schon mehrfach beim Hörnerfest vertreten und gehört gefühlt einfach in diese Ecke. Folk Metal / Mittelalter-Rock mit genug Druck, um nicht nur gemütlich nebenbei zu laufen. Das dürfte wieder ordentlich Laune machen. Gerade auf so einem Gelände, mit Markt, Lager und Publikum, das für sowas offen ist.

Hasenscheisse muss man natürlich auch erwähnen. Der Name allein sortiert schon mal einen Teil der Leute aus, aber musikalisch ist das genau diese Mischung aus Blödsinn, Charme und Mitgröhl-Potential. Nichts für Leute, die alles bierernst nehmen. Aber mal ehrlich: Wer fährt zum Hörnerfest und möchte dann durchgehend bierernst gucken? Eben.

KI-Generiert

Auch sonst einiges los

Neben den vier Highlights gibt es noch genug weitere Bands, die man im Auge behalten kann. Die Apokalyptischen Reiter dürften für viele sicher ein dicker Punkt im Billing sein. Nachtgeschrei gehen in so einem Umfeld sowieso gut, Storm Seeker bringen ihren Piraten-/Folk-Vibe mit, XIV Dark Centuries sorgen für die etwas härtere Pagan-Schlagseite und Nordic Raid wurden laut offizieller News als letzte Band fürs Billing angekündigt und sollen härtetechnisch noch etwas abrunden.

Dazu kommt das ganze Drumherum mit Markt und Lager. Auf der offiziellen Markt-/Lagerseite stehen unter anderem Gewandung, Deko, Mittelalterbedarf, Falafel, historische Backstube, Barbier, Wikingerschmuck, Bogenschießen, Axtwurf, LARP-Lederkram, Met, Pizza aus dem Lehmofen und noch einiges mehr. Also ja, man kann da durchaus auch Geld loswerden, ohne überhaupt vor der Bühne gestanden zu haben.

Jubiläum mit kleinen Extras

Zum 20-jährigen Jubiläum sind laut News auch ein paar kleine Sachen geplant. DJ Gimlie legt am Mittwoch nach der Warm-up-Band ein Set aus 20 Jahren Hörnerfest auf, am Donnerstag gibt es zum Start um 14 Uhr drei Fass Freibier, und im Programmheft soll es ein kleines Jubiläums-Gewinnspiel geben.

Das klingt jetzt nicht nach riesigem Marketing-Gewitter, sondern eher nach genau den kleinen Dingen, die zu so einem Festival passen. Kein künstliches „größer, schneller, lauter“, sondern ein bisschen Jubiläumsstimmung für die Leute, die sowieso Bock drauf haben.

Fazit

Das Hörnerfest 2026 wird vermutlich kein Festival, bei dem ich mit komplett zerlegtem Nacken und Grindcore-Tinnitus vom Gelände krieche. Muss aber auch nicht immer sein. Manchmal darf es auch Folk, Mittelalter, Rock, Markt, Met und etwas gepflegter Unsinn sein.

Mit Knorkator, Schandmaul, Vogelfrey und Hasenscheisse stehen jedenfalls vier Namen auf dem Plan, die für mich schon genug Gründe liefern, genauer hinzuschauen. Dazu ein 20-jähriges Jubiläum, ein ehemaliger Bauernhof im Grünen, Markt, Lager, Feuerkunst und Camping direkt am Geschehen.

Klingt nach einem Wochenende, bei dem man vermutlich mit guter Laune, dreckigen Schuhen und irgendeinem völlig unnötigen Mittelalterkram im Gepäck nach Hause fährt.

Und manchmal ist genau das doch auch richtig schön.

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