Vom 11.06. bis 13.06.2026 geht es wieder an den Herthasee nach Holzappel. Das Mahlstrom Open Air 2026 steht an und wer schon mal dort war, weiß ungefähr, was ihn erwartet: See, Wald, entspannte Wege, familiäre Stimmung und dazu ein Line-up, das irgendwo zwischen Black Metal, Pagan, Folk, Death Metal und gepflegtem Abriss pendelt.
Ich mag solche Festivals ja besonders, wenn sie nicht versuchen, größer zu wirken als sie sind. Das Mahlstrom hat da schon eine eigene Ecke. Nicht dieser komplette Festivalwahnsinn mit drei Kilometern Weg zum Zelt und einem halben Nervenzusammenbruch am Einlass, sondern eher überschaubar, angenehm und trotzdem musikalisch mit genug Druck dahinter. Genau so darf das gerne sein.
2026 sieht das Billing wieder ziemlich rund aus. Mit dabei sind unter anderem Harakiri For The Sky, Afsky, Yoth Iria, Aephanemer, Agrypnie, Tabernis, Servant, Stillbirth, Desaster, Vogelfrey, Magefa, Waldläufer und einige mehr.Das Ganze findet wieder Am Herthasee in 56379 Holzappel statt.

Mahlstrom Open Air 2026 – zwischen Seeidylle und Nackenbruch
Das Schöne am Mahlstrom ist für mich genau dieser Kontrast. Auf der einen Seite hast du diese fast schon idyllische Lage am Herthasee, Natur, Wald, Wasser und ein Gelände, das nicht direkt nach Betonwüste schreit. Auf der anderen Seite stehen dann Bands auf der Bühne, die einem die Schädeldecke neu sortieren.
Und ja, natürlich ist das Festival stark in Richtung Black-, Pagan-, Folk- und Extreme Metal unterwegs. Aber gerade 2026 sind auch ein paar Bands dabei, die das Ganze schön aufbrechen und dafür sorgen, dass es nicht nur atmosphärisch wird, sondern auch ordentlich in die Fresse geht.
Meine Highlights
Desaster sind für mich schon mal ein absoluter Pflichttermin. Die Band ist live einfach eine Bank. Black Thrash ohne unnötiges Geschwafel, ohne Schönmalerei, dafür mit ordentlich Dreck, Druck und dieser alten Schule, die man nicht einfach künstlich nachbauen kann. Wenn Desaster loslegen, dann weiß man ziemlich schnell, ob der Nacken noch funktioniert oder eben nicht mehr.
Magefa habe ich ebenfalls dick markiert. Death Metal aus Deutschland, schön direkt und nicht zu verkopft. Genau so eine Band, die auf einem Festival wie dem Mahlstrom gut funktionieren kann, weil sie zwischen den ganzen atmosphärischeren Sachen einfach mal ordentlich Beton in die Landschaft kippt. Da freue ich mich drauf.
Stillbirth sind natürlich ein ganz anderes Kaliber. Wer Stillbirth kennt, weiß was kommt: Brutal Death, Grind, Slam, Surfshorts und Abriss. Das ist nichts für romantisches In-den-See-gucken, sondern eher für die Momente, in denen vorne alles ein bisschen eskaliert. Ich bin gespannt, wie das beim Mahlstrom funktioniert. Vermutlich ziemlich gut.
Vogelfrey bringen dann wieder die andere Seite rein. Folk Rock / Mittelalter / Metal, also eher die Ecke, bei der das Publikum wahrscheinlich etwas mehr tanzt, grölt und mitmacht. Muss man mögen, klar. Aber auf so einem Festival kann das durchaus genau der richtige Kontrast sein. Nach viel Geballer und finsterem Kram darf es zwischendurch auch mal etwas mehr Spielmannsdreck sein.
Waldläufer finde ich ebenfalls spannend. Der Name passt natürlich schon fast zu gut zum Mahlstrom und der Lage am Herthasee. Musikalisch dürfte das eher in die naturverbundene, folkige Richtung gehen. Solche Bands können auf einem Gelände wie diesem richtig gut wirken, wenn Stimmung, Wetter und Tageszeit passen. Manchmal sind genau das die Auftritte, die man vorher nicht riesig auf dem Schirm hat und danach überraschend lange im Kopf bleiben.

Auch abseits meiner Highlights einiges los
Natürlich besteht das Billing nicht nur aus meinen fünf Favoriten. Harakiri For The Sky sind für viele sicherlich ein großer Name im Line-up, Afsky bringt diese kalte, melancholische Black-Metal-Kante mit, Yoth Iria dürfte für Freunde des griechischen Black Metals interessant sein und Agrypnie passen sowieso gut in so ein Umfeld. Dazu kommen noch Bands wie Aephanemer, Tabernis, Servant, Antikvlt, Old Ruins, Pentarium, Astral Spectre, Wesen, Blakylle, Mythemia und All Will Know. Das ist schon ordentlich Futter für drei Tage.
Gerade diese Mischung macht das Mahlstrom für mich interessant. Nicht alles ist komplett meine Baustelle, aber genau das ist ja manchmal auch gut. Man guckt sich Sachen an, die man sonst vielleicht nicht gezielt hören würde, bleibt irgendwo hängen, holt sich ein Getränk, trifft Leute und plötzlich steht man doch wieder vorne.
Herthasee statt Großfestival-Wahnsinn
Was man dem Mahlstrom hoch anrechnen kann: Es wirkt nicht wie ein austauschbares Festival von der Stange. Die Lage am Herthasee ist schon ein Punkt, der hängen bleibt. Laut Festivalankündigungen wird außerdem viel Wert auf Natur, Nachhaltigkeit und ein familiäres Umfeld gelegt. Das passt zu dem Eindruck, den das Festival nach außen macht: nicht überdreht, nicht künstlich aufgeblasen, sondern eher bodenständig und mit eigener Atmosphäre.
Und sind wir ehrlich: So ein Festival im Juni am See kann schon ziemlich geil sein. Wenn das Wetter mitspielt, ist das natürlich ein Traum. Wenn nicht, dann ist es halt Metal. Dann wird eben im Regen geguckt, gemeckert und trotzdem weitergemacht.
Fazit
Das Mahlstrom Open Air 2026 sieht nach einem sehr stimmigen Wochenende aus. Drei Tage, Herthasee, ein schönes Billing und genug Bands, bei denen man sich vorher schon sicher sein kann, dass es nicht langweilig wird.
Für mich stehen besonders Desaster, Magefa, Stillbirth, Vogelfrey und Waldläufer auf dem Plan. Dazu kommt noch genug anderes Material, um den Tag schön vollzuballern und am Ende wieder festzustellen, dass man natürlich trotzdem irgendwas verpasst hat.
So ist das eben.
Ich freue mich jedenfalls auf Holzappel. Auf den See, auf die Leute, auf die Bands und auf ein Festival, das hoffentlich wieder genau diese Mischung aus Natur, Krach und familiärem Wahnsinn liefert.